Die meiste Zeit fühlte ich mich außen vor gelassen, unbeteiligt. Das war nicht weiter schlimm, ganz im Gegenteil. Ich fand meine Beobachterposition ziemlich spannend. Auf diese Weise konnte ich viel besser wahrnehmen, wie die beiden alten Damen, mit denen ich am Tisch saß, miteinander umgingen. Das war einen guten Teil der Zeit über recht amüsant. Oft redeten beide mehr oder weniger gleichzeitig. Ich frage mich, ob es wohl einen Unterschied gemacht hätte, wäre jede in einem anderen Raum gewesen. Zudem hörte Rosa, mit 85 die ältere der beiden, schlecht, ihr Hörgerät trug sie an dem Tag nicht (sie fand das Ding allgemein ziemlich nervig). Auch Maria, 83 und die jüngere Schwester, hatte nicht mehr das perfekte Gehör.
So erzählte also jede, was sie dieses Jahr im Garten anpflanzen würde, welches Gemüse in der letzten Saison besonders gut gewachsen sei, was sie von Kunstdünger hielt und an welcher Stelle im Garten die Erde am fruchtbarsten sei. Zwischendurch wechselten ihre kleinen Monologe immer wieder mal zu einem richtigen Gespräch. „Hä? Ja, Rosenkohl haben wir auch schon lange keinen mehr gesät, der kommt einfach nicht richtig“, meinte Maria, als Rosa erklärt hatte, sie verzichte dieses Jahr auf das Gemüse. „Ihr habt hier halt auch nicht den richtigen Boden dafür. Bei mir ist's immer ganz gut gewachsen, ich will mir aber die Mühe nicht mehr machen.“
Ich fand es beeindrucken, wie viel die beiden über Pflanzen und jeglicher Art wussten. Sie konnten sagen, welche Kräuter gegen welche Wehwehchen gut waren, welche Erde für welches Gemüse am geeignetsten war, wann welche Sorte gesät werden musste. Von Tierzucht und Kochkünsten möchte ich hier gar nicht anfangen.
Die Schwestern waren Bäuerinnen, Landkinder, von klein auf. Trotz ihrem hohen Alter arbeiteten sie noch draußen, kochten und putzten. Langsamer, ja, geistig aber wach wie eh und je.
Traurig ist, dass viel von diesem Wissen verloren gehen wird, obgleich beide einiges an ihre Kinder und Enkel weitergaben und -geben.
Womöglich faszinierte es mich auch deshalb so sehr, mit den Frauen an einem Tisch zu sitzen, ihnen zuzuhören. Weil ich wusste, dass derlei Gespräche buchstäblich aussterben.
Donnerstag, 9. April 2009
Mittwoch, 1. April 2009
Und das steht für...?
„North Atlantic Treaty Organisation“, kurz: NATO. Die Abkürzung ist dieser Tage in aller Munde bzw. in allen Medien. Beim gebildeten Bürger kann man wohl voraussetzen, dass er weiß, wofür die vier Buchstaben stehen.
Oder nicht? Die meisten Zeitungen, Fernseh- und Radiosender tun jedenfalls genau das. Obwohl ich gezielt danach Ausschau hielt, fand ich keinen Artikel oder Beitrag, in dem der Begriff erläutert wurde. War das Zufall?
Vielleicht. Vielleicht macht sich aber auch einfach keiner mehr die Mühe, ihn zu erklären. Das ist schade. Schließlich gibt es genug Leute, die eben nicht wissen, was die Abkürzung bedeutet. Beispielsweise Menschen, die gerade erst anfangen, sich für das Thema zu interessieren. Heranwachsende etwa. Mit Intelligenz hat das herzlich wenig zu tun. Auch, wenn das für die Redakteure ermüdend sein mag, sollten sie derartige Kürzel immer wieder mal auseinander setzen. Schließlich haben die Medien in Deutschland eine Bildungsfunktion.
Oder nicht? Die meisten Zeitungen, Fernseh- und Radiosender tun jedenfalls genau das. Obwohl ich gezielt danach Ausschau hielt, fand ich keinen Artikel oder Beitrag, in dem der Begriff erläutert wurde. War das Zufall?
Vielleicht. Vielleicht macht sich aber auch einfach keiner mehr die Mühe, ihn zu erklären. Das ist schade. Schließlich gibt es genug Leute, die eben nicht wissen, was die Abkürzung bedeutet. Beispielsweise Menschen, die gerade erst anfangen, sich für das Thema zu interessieren. Heranwachsende etwa. Mit Intelligenz hat das herzlich wenig zu tun. Auch, wenn das für die Redakteure ermüdend sein mag, sollten sie derartige Kürzel immer wieder mal auseinander setzen. Schließlich haben die Medien in Deutschland eine Bildungsfunktion.
Freitag, 6. März 2009
Wenn ein Kind im Kind wächst
Mir war nicht klar, dass es biologisch überhaupt möglich ist. Vielleicht, weil ich es schlicht nicht erwartet habe, weil es nicht vorkommen sollte. Sollte.
Wenn ich an ein neunjähriges Mädchen denke, sehe ich ein kleines Persönchen vor mir, das klischeehaft mit Puppen spielt oder im Garten herumtollt. Ich sehe Kinderlachen, die eine oder andere Schramme und somit Träne. Was ich definitiv nicht sehe, ist eine Schwangere.
In Brasilien wurde eine Neunjährige von ihrem Stiefvater vergewaltigt und geschwängert. Als herauskam, dass das Kind ein Kind erwartet, missbrauchte der Mann das Mädchen bereits seit sechs Jahren.
Wie kann man in dem Alter ein Baby, in diesem Fall sogar Zwillinge, austragen?
Ärzte der Kleinen erklärten, sie sei in Lebensgefahr. Das Mädchen trieb ab.
Brasilien ist ein katholisches Land, Abtreibungen sind nicht gern gesehen aber legal, wenn die Mutter vergewaltigt wurde oder in Lebensgefahr schwebt. Bei der Neunjährigen trifft beides zu.
Trotzdem hat nun die katholische Kirche sowohl die Ärzte, die den Eingriff vorgenommen haben als auch die Mutter der Schwangeren exkommuniziert. Für den Vatikan kommt Abtreibung einem Mord gleich.
Ich frage mich aber, ob es nicht genauso gut ein Mord gewesen wäre, hätte das Mädchen die Schwangerschaft nicht abgebrochen. Abgesehen vom physischen Sterben, wäre der Kleinen dadurch nicht genauso ein Leben geraubt worden? Ist es ihr womöglich bereits geraubt worden, durch die Vergewaltigungen, die sie durchstehen musste und sicherlich für den Rest ihres Daseins mit sich herum trägt?
Stellt sich auch die katholische Kirche diese Fragen, wenn sie Abtreibungen kategorisch ablehnt?
Wenn ich an ein neunjähriges Mädchen denke, sehe ich ein kleines Persönchen vor mir, das klischeehaft mit Puppen spielt oder im Garten herumtollt. Ich sehe Kinderlachen, die eine oder andere Schramme und somit Träne. Was ich definitiv nicht sehe, ist eine Schwangere.
In Brasilien wurde eine
Wie kann man in dem Alter ein Baby, in diesem Fall sogar Zwillinge, austragen?
Ärzte der Kleinen erklärten, sie sei in Lebensgefahr. Das Mädchen trieb ab.
Brasilien ist ein katholisches Land, Abtreibungen sind nicht gern gesehen aber legal, wenn die Mutter vergewaltigt wurde oder in Lebensgefahr schwebt. Bei der Neunjährigen trifft beides zu.
Trotzdem hat nun die katholische Kirche sowohl die Ärzte, die den Eingriff vorgenommen haben als auch die Mutter der Schwangeren exkommuniziert. Für den Vatikan kommt Abtreibung einem Mord gleich.
Ich frage mich aber, ob es nicht genauso gut ein Mord gewesen wäre, hätte das Mädchen die Schwangerschaft nicht abgebrochen. Abgesehen vom physischen Sterben, wäre der Kleinen dadurch nicht genauso ein Leben geraubt worden? Ist es ihr womöglich bereits geraubt worden, durch die Vergewaltigungen, die sie durchstehen musste und sicherlich für den Rest ihres Daseins mit sich herum trägt?
Stellt sich auch die katholische Kirche diese Fragen, wenn sie Abtreibungen kategorisch ablehnt?
Sonntag, 1. März 2009
1000 Hassgruppen
Wird der Ku-Klux-Klan bald ein Revival erleben? Hat er es schon lange erlebt?
"1000 Hassgruppen" lautete gestern die Überschrift einer Meldung in der Badischen Zeitung. Die Zahl bezieht sich allein auf die USA, wo derartige Gruppen besonderen Zulauf haben. So berichtete das Rassismusforschungsinstitut Southern Poverty Law Center in Alabama.
Warum? Aus welchem Grund schließen sich Menschen antisemitischen Verbänden, Skinheads und Neonazis an? Weshalb stecken sie Häuser in Brand, morden und drohen?
Vielleicht, weil sie Angst haben. Davor, was auf sie zukommt, was sie womöglich verlieren. Schlagwort Wirtschaftskrise. Diese Angst auf etwas vermeintlich Fremdes zu projizieren, etwas, dass man nicht kennt und leicht als Sündenbock hinstellen kann. Es liegt nahe.
Rechtfertigung ist es allerdings nicht. Wie könnte es auch? Und wie kann man hassen, was man nicht kennt?
"1000 Hassgruppen" lautete gestern die Überschrift einer Meldung in der Badischen Zeitung. Die Zahl bezieht sich allein auf die USA, wo derartige Gruppen besonderen Zulauf haben. So berichtete das Rassismusforschungsinstitut Southern Poverty Law Center in Alabama.
Warum? Aus welchem Grund schließen sich Menschen antisemitischen Verbänden, Skinheads und Neonazis an? Weshalb stecken sie Häuser in Brand, morden und drohen?
Vielleicht, weil sie Angst haben. Davor, was auf sie zukommt, was sie womöglich verlieren. Schlagwort Wirtschaftskrise. Diese Angst auf etwas vermeintlich Fremdes zu projizieren, etwas, dass man nicht kennt und leicht als Sündenbock hinstellen kann. Es liegt nahe.
Rechtfertigung ist es allerdings nicht. Wie könnte es auch? Und wie kann man hassen, was man nicht kennt?
Dienstag, 10. Februar 2009
Erstaunliches Zwielicht
Es ist schon erstaunlich. Vor drei oder vier Wochen hatte ich noch keine Ahnung davon gehabt. Zuerst fiel mir diese Facebook-Gruppe auf, in die eine Freundin von mir eingetreten war: „Because I read Twilight I have unrealistic expectations in men.“ Aha, dachte ich mir, da wird sich ihr Freund ja freuen. Da fast alles willkommen war, was mich vom Lernen ablenkte, klickte ich auf den Link. Ich wollte wissen, was das denn für unrealistische Erwartungen sind und was Twilight überhaupt ist.
Besonders auffallend war, dass 1) ausschließlich Mädels in der Gruppe waren und 2) fast alle absolut auf Edward Cullen aka Robert Pattinson abfahren. Der ist der Hauptdarsteller des Films. Ich sah mir ein paar Bilder an, die ebenfalls auf der Seite vorzufinden waren, und wunderte mich, warum den alle so toll fanden (mag an persönlichem Geschmack liegen).
Außerdem war ich verwirrt. Warum lesen die Twilight, wenn es ein Film ist? Kurz darauf stellte ich fest, dass es sich um eine Verfilmung des Buchs handelte.
Es erstaunt nicht, die Story ist recht simpel: Mädchen (Mensch) verliebt sich in Junge (Vampir) und er sich in sie. Das kann natürlich nicht gut gehen, weil Vampire ja Menschenblut trinken. Edward, der Vampir, ist aber Vegetarier, weshalb Bella, das Mädchen, sicher vor ihm ist. Blöd nur, dass da noch ein paar andere Vampire sind. Die finden, dass Menschenblut doch irgendwie ziemlich gut schmeckt. Also muss Edward, der superstark und schnell ist, Bella beschützen, was ihm natürlich gelingt.
Das klang sehr nach Schnulze, nicht unbedingt meine Vorliebe. Da sich Hausarbeiten und Klausuren auch nicht von alleine schreiben und mir ein Sozialleben außerhalb sozialer Netzwerke im Internet wesentlich lieber ist, vergaß ich die Twilight-Sache wieder.
Bis mir eine Bekannte von dem Film vorschwärmte und von Robert Pattinson. Plötzlich las auch eine andere Freundin das Buch, hatte den Film gesehen und fand Pattinson ebenfalls toll. Und auf einmal war Twilight überall.
Es ist schon erstaunlich, meine Neugier war geweckt. Also schaute ich mir den Streifen im Internet an. Er ist wirklich eine Schnulze. Trotzdem will ich jetzt wissen wie’s weiter geht, insgesamt gibt es vier Bücher, die wohl auch alle verfilmt werden. Sind wir Mädels am Ende doch alle gleich? Welche Erwartungen diese Facebook-Gruppe aber genau meint, ist mir noch nicht so ganz klar. Wollen sie einen Beschützer? Einen Vegetarier? Oder einfach nur Pattinson?
Besonders auffallend war, dass 1) ausschließlich Mädels in der Gruppe waren und 2) fast alle absolut auf Edward Cullen aka Robert Pattinson abfahren. Der ist der Hauptdarsteller des Films. Ich sah mir ein paar Bilder an, die ebenfalls auf der Seite vorzufinden waren, und wunderte mich, warum den alle so toll fanden (mag an persönlichem Geschmack liegen).
Außerdem war ich verwirrt. Warum lesen die Twilight, wenn es ein Film ist? Kurz darauf stellte ich fest, dass es sich um eine Verfilmung des Buchs handelte.
Es erstaunt nicht, die Story ist recht simpel: Mädchen (Mensch) verliebt sich in Junge (Vampir) und er sich in sie. Das kann natürlich nicht gut gehen, weil Vampire ja Menschenblut trinken. Edward, der Vampir, ist aber Vegetarier, weshalb Bella, das Mädchen, sicher vor ihm ist. Blöd nur, dass da noch ein paar andere Vampire sind. Die finden, dass Menschenblut doch irgendwie ziemlich gut schmeckt. Also muss Edward, der superstark und schnell ist, Bella beschützen, was ihm natürlich gelingt.
Das klang sehr nach Schnulze, nicht unbedingt meine Vorliebe. Da sich Hausarbeiten und Klausuren auch nicht von alleine schreiben und mir ein Sozialleben außerhalb sozialer Netzwerke im Internet wesentlich lieber ist, vergaß ich die Twilight-Sache wieder.
Bis mir eine Bekannte von dem Film vorschwärmte und von Robert Pattinson. Plötzlich las auch eine andere Freundin das Buch, hatte den Film gesehen und fand Pattinson ebenfalls toll. Und auf einmal war Twilight überall.
Es ist schon erstaunlich, meine Neugier war geweckt. Also schaute ich mir den Streifen im Internet an. Er ist wirklich eine Schnulze. Trotzdem will ich jetzt wissen wie’s weiter geht, insgesamt gibt es vier Bücher, die wohl auch alle verfilmt werden. Sind wir Mädels am Ende doch alle gleich? Welche Erwartungen diese Facebook-Gruppe aber genau meint, ist mir noch nicht so ganz klar. Wollen sie einen Beschützer? Einen Vegetarier? Oder einfach nur Pattinson?
Montag, 19. Januar 2009
Wunder
Das erste Suchergebnis bei Google ist von Wikipedia. Welch Wunder – oder eben nicht. Da wird dann die Begrifflichkeit erklärt, über Religion geschrieben und zu guter Letzt gibt es ein paar Links.
Als nächstes treffe ich auf „Die Wunder Seite“. Rätselhafte Phänomene, weinende Statuen, Marienerscheinungen. Wundersame Hilfe und Heilung.
Biblische Wunder, Weltwunder, sich wundern, blaues Wunder, Wunderwerk, wunderschön...
Per Definition ist ein Wunder „ein außergewöhnliches Ereignis, das den naturgesetzen und den gewöhnlichen Erwartungen (scheinbar) widerspricht.“ Scheinbar eben. Nicht selten lässt sich das außergewöhnliche Ereignis dann nämlich doch wissenschaftlich erklären. Trotzdem hoffen wir immer wieder, dass ein Wunder geschieht. Vor allem, wenn Situationen aussichtslos wirken, wir mit dem Verstand nicht mehr weiter kommen. Was bleibt auch anderes übrig? Die Hoffnung stirbt zuletzt, dieser Satz kommt nicht von ungefähr. Überhaupt passen Hoffnung und Wunder ausgezeichnet zusammen. Meist bedingen sie sich gegenseitig.
Aber gibt es sie wirklich, Wunder? Und was passiert, wenn wir uns vergebens aber verzweifelt an die Hoffnung auf ein Wunder klammert? Finden wir aus solch einer Enttäuschung je wieder heraus?
„Wunder gibt es immer wieder“ sang Katja Ebstein 1970 beim Grand Prix d’Eurovision in Amsterdam. Vielleicht hat sie ja Recht.
Als nächstes treffe ich auf „Die Wunder Seite“. Rätselhafte Phänomene, weinende Statuen, Marienerscheinungen. Wundersame Hilfe und Heilung.
Biblische Wunder, Weltwunder, sich wundern, blaues Wunder, Wunderwerk, wunderschön...
Per Definition ist ein Wunder „ein außergewöhnliches Ereignis, das den naturgesetzen und den gewöhnlichen Erwartungen (scheinbar) widerspricht.“ Scheinbar eben. Nicht selten lässt sich das außergewöhnliche Ereignis dann nämlich doch wissenschaftlich erklären. Trotzdem hoffen wir immer wieder, dass ein Wunder geschieht. Vor allem, wenn Situationen aussichtslos wirken, wir mit dem Verstand nicht mehr weiter kommen. Was bleibt auch anderes übrig? Die Hoffnung stirbt zuletzt, dieser Satz kommt nicht von ungefähr. Überhaupt passen Hoffnung und Wunder ausgezeichnet zusammen. Meist bedingen sie sich gegenseitig.
Aber gibt es sie wirklich, Wunder? Und was passiert, wenn wir uns vergebens aber verzweifelt an die Hoffnung auf ein Wunder klammert? Finden wir aus solch einer Enttäuschung je wieder heraus?
„Wunder gibt es immer wieder“ sang Katja Ebstein 1970 beim Grand Prix d’Eurovision in Amsterdam. Vielleicht hat sie ja Recht.
Dienstag, 6. Januar 2009
Römisch-katholisch
Auf meiner Lohnsteuerkarte steht römisch-katholisch. Demzufolge habe ich das wohl angegeben, als ich mich in Berlin gemeldet habe. Wirklich daran erinnern kann ich mich um ehrlich zu sein nicht mehr. Aber was genau machen die da eigentlich mit meinen Daten?
Kurz vor Weihnachten habe ich von Sterzinsky, Erzbischof von Berlin, einen Brief bekommen. Darauf war der gute sogar mit einem Foto abgebildet. Ich wurde gebeten, das Volksbegehren zum schulischen Religionsunterricht zu unterstützen. Es war nicht das erste Schreiben, das ich von der katholischen Kirche bekommen habe. Nach meinem letzten Wohnungswechsel wurde ich in der neuen Gemeinde begrüßt und zum Gottestdienst eingeladen. Ein ähnliches fand ich auch im Briefkasten, als ich mich neu in Berlin gemeldet hatte.
Warum, bitteschön, bekommt das Ordinariat einfach so meine Adresse? Mag ja sein, dass ich auf dem Meldeformular mein Kreuzchen bei „römisch-katholisch“ gesetzt habe. Wird dadurch aber automatisch angenommen, dass auch ich Kirchgängerin bin? Schätzungsweise schon, warum sonst wurden meine Daten weitergegeben ohne mich vorher zu fragen oder zumindest darüber zu informieren?
Ich überlege nun, da mal anzurufen und klarzustellen, dass ich keine Post vom Erzbischof mehr erhalten mag. Ob ich dazu wohl gleich aus der Kirche austreten müsste? Irgendwie seltsam, schließlich bin ich nie bewusst eingetreten.
Aber so ist das wohl mit der Religion. Die wenigsten haben sie sich selbst ausgesucht.
Kurz vor Weihnachten habe ich von Sterzinsky, Erzbischof von Berlin, einen Brief bekommen. Darauf war der gute sogar mit einem Foto abgebildet. Ich wurde gebeten, das Volksbegehren zum schulischen Religionsunterricht zu unterstützen. Es war nicht das erste Schreiben, das ich von der katholischen Kirche bekommen habe. Nach meinem letzten Wohnungswechsel wurde ich in der neuen Gemeinde begrüßt und zum Gottestdienst eingeladen. Ein ähnliches fand ich auch im Briefkasten, als ich mich neu in Berlin gemeldet hatte.
Warum, bitteschön, bekommt das Ordinariat einfach so meine Adresse? Mag ja sein, dass ich auf dem Meldeformular mein Kreuzchen bei „römisch-katholisch“ gesetzt habe. Wird dadurch aber automatisch angenommen, dass auch ich Kirchgängerin bin? Schätzungsweise schon, warum sonst wurden meine Daten weitergegeben ohne mich vorher zu fragen oder zumindest darüber zu informieren?
Ich überlege nun, da mal anzurufen und klarzustellen, dass ich keine Post vom Erzbischof mehr erhalten mag. Ob ich dazu wohl gleich aus der Kirche austreten müsste? Irgendwie seltsam, schließlich bin ich nie bewusst eingetreten.
Aber so ist das wohl mit der Religion. Die wenigsten haben sie sich selbst ausgesucht.
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